Kommentar zum Abgasskandal Unendliche Irrfahrt

Abgasskandal – und kein Ende: Für die deutschen Autokonzerne VW und Daimler geht dieser Montag ein in eine ganze Reihe schwarzer Tage. Wer dachte, in der seit nunmehr fast drei Jahren dauernden Affäre um manipulierte Dieselautos sei das Gröbste ausgestanden, muss sich ständig eines Besseren belehren lassen. Immer und immer wieder gibt es neue Erkenntnisse, Enthüllungen, Ermittlungen.

Von Oliver Horst
Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG.
Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG. Foto: dpa

Die Autobauer müssen sich nicht nur den straf- und zivilrechtlichen Vorwürfen stellen. Mindestens ähnlich schwer wiegen längst die moralischen Verfehlungen: Millionen Kunden fühlen sich geprellt und müssen Fahrverbote und Wertverluste fürchten. Autohändler bangen um ihre Existenz. Auch die eigenen Mitarbeiter der Autokonzerne treibt die Sorge vor einem Imageschaden um, der den Ruf der deutschen Industrie insgesamt in Mitleidenschaft zieht.

Die lange Zeit von der Politik tolerierte schier unendliche Irrfahrt der Autobauer verschlimmert die Lage zusehends. Eine Kursänderung ist mehr als überfällig: es gilt, endlich Verantwortung zu übernehmen und reinen Tisch zu machen.

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