Kommentar zur NRW-Landarztquote Besser spät als nie

Die Hausärzte-Versorgung in vielen Regionen wird zum Notfall. Dazu ein paar Zahlen: Wenn von den rund 11.000 praktizierenden Allgemeinmedizinern 1250 schon zwischen 65 und 69 Jahren alt sind und weitere 650 die 70 Jahre überschritten haben, zeigt das, wie wenig bisher erreicht wurde.

Von Hilmar Riemenschneider
Symbolbild.
Symbolbild. Foto: dpa

Allein um diese Praxen zu besetzen, bräuchte es zehn Jahrgänge von Allgemeinmedizinern: 200 Absolventen pro Jahr sind viel zu wenig – erst Recht, weil weitere 1900 Hausärzte zwischen 60 und 64 Jahren alt sind und auch langsam an ih­ren Ruhestand denken könnten .

In den ländlichen Regionen sind die Folgen dieser Entwicklung bereits deutlicher zu spüren als in den großen Städten. Mit der oft belächelten und kritisierten Idee der Landarztquote verschafft sich Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) nun endlich ein Werkzeug gegen den sich abzeichnenden Hausärztemangel.

Er weiß aber selbst: Es zahlt sich erst in der Zukunft – in zehn Jahren aus. Bis dahin werden sich die Nachwuchssorgen der Hausärzte dramatisch verschärft haben. Dennoch gilt: besser spät handeln als nie.

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