Kommentar zum Welthandel Zölle sind ein Irrweg

Keine zwei Jahre ist es her, da saßen die USA und die EU an einem Tisch und wollten gemeinsam einen gewaltigen Raum des Freihandels schaffen – mit mehr als 800 Millionen Verbrauchern. Nun droht ein offener Handelskrieg, den eigentlich niemand wollen kann, weil er beide Seiten beschädigen wird.

Von Detlef Drewes
Symbolbild.
Symbolbild. Foto: dpa

Donald Trump glaubt, man könne eine Branche mit schlechter Wettbewerbsfähigkeit allein durch Zölle wieder fitmachen. Das wird nicht funktionieren. Protektionismus ist in einer globalisierten Welt ein Irrweg. Natürlich muss die EU reagieren – schon alleine deshalb, weil sie ihre eigene Wirtschaft und deren Arbeitnehmer zu schützen hat. Aber solche Abschottungszölle sind nicht begrenzbar, weil sie sich immer auf komplexe ökonomische Prozesse auswirken. Wer die Stahl-und-Aluminium-Branche trifft, schadet auch den Auto-Herstellern und anderen.

Brüssel wäre gut beraten, ohne Schaum vorm Mund zu antworten und sich – abgesehen vom Schutz der eigenen Stahlkocher – auf Nadelstiche zu beschränken. Die dürfen weh tun, aber nicht den Keim der Eskalation in sich tragen.

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