Kommentar zum Irak Pulverfass

Dass der Nahe Osten ein Pulverfass sei, ist eine Binse. Im Moment ist er ein Ersatzkriegsschauplatz der Großmächte. Iran, Saudi-Arabien, die Türkei, Russland, die USA, Israel. Alle mischen mit.

Von Werner Kolhoff
Ein irakischer Polizist steht in der Altstadt vor Überresten der Al-Nuri-Moschee, in der der sogenannte »Islamische Staat« das Kalifat verkündete. Nach rund neunmonatigem Kampf gegen den IS ist die Stadt größtenteils zerstört.
Ein irakischer Polizist steht in der Altstadt vor Überresten der Al-Nuri-Moschee, in der der sogenannte »Islamische Staat« das Kalifat verkündete. Nach rund neunmonatigem Kampf gegen den IS ist die Stadt größtenteils zerstört. Foto: dpa

Und hier soll Deutschland mit»spielen«, stärker als bisher und womöglich auf eigene Rechnung? Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat angekündigt, dass der bisherige Ausbildungseinsatz der Bundeswehr im Nordirak zur Unterstützung der Kurden im Kampf gegen den IS auf das ganze Land ausgedehnt werden solle. Das war eine Überschreitung ihrer Kompetenzen, denn sie ist nicht Außenministerin und wird es auch nicht werden, so gerne sie gewollt hätte.

Es ist völlig klar, dass der Westen dem Irak helfen muss, ein befriedetes Staatsgebilde zu werden. Aber Deutschland kann diese Aufgaben nie und nimmer allein stemmen. Das muss sorgsam mit den USA und den anderen Nato-Partnern beraten werden. Und es muss parallel zu diesem Einsatz einen politischen Prozess zur Stärkung der Einheit des Irak geben. Sonst katapultiert man die Bundeswehrsoldaten geradewegs in ein Pulverfass.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.