Kommentar zu Martin Schulz und der SPD Würdelos

Was ist bloß in Deutschland los? Die Schlammschlacht, die in der SPD tobt, ist beispiellos. Sigmar Gabriel wütet gegen Martin Schulz, der wenig später zum Verzicht auf den Posten des Außenministers gezwungen wird.

Von Ulrich Windolph
Martin Schulz verzichtet auf den Posten des Außenminister. Die Schlammschlacht, die in der SPD tobt, ist beispiellos.
Martin Schulz verzichtet auf den Posten des Außenminister. Die Schlammschlacht, die in der SPD tobt, ist beispiellos. Foto: dpa

Zweifellos dürfte das vielen SPD-Mitgliedern ihr Ja zum Koalitionsvertrag erleichtern. Martin Schulz jedoch wird endgültig zur tragischen Figur. Seinen Abgang hat er voll und ganz selbst verschuldet, indem er jede Glaubwürdigkeit verspielt hat. Würdelos bleibt das Ganze dennoch.

Und auch in der CDU rumort es gewaltig. Immer lauter wird die Kritik am Koalitionsvertrag und noch mehr am Kabinettszuschnitt. Das Finanzministerium ist futsch, das Innenministerium ist futsch, und das Außenministerium bleibt futsch.

Kanzlerin demontiert sich selbst

Dass der nimmermüde Merkel-Getreue Peter Altmaier sagt, die »Inhalte sind wichtiger als die Posten«, wirkt dabei ebenso erwartbar wie sarkastisch. Denn welche Inhalte bitte hat die CDU aktiv durchsetzen können?

Wo ist in dem 179 Seiten langen Koalitionsvertrag die Handschrift der CDU zu erkennen? Was überhaupt ist die Partei im Februar 2018 noch viel mehr als Angela Merkel und eine schwarze Null? Und wofür genau sollten in wenigen Wochen fast 25.000 Menschen in die Christlich-Demokratische Union eintreten, wie es bei der siechen SPD zuletzt geschehen ist?

Die Kanzlerin Angela Merkel demontiert sich so selbst. Und sie schadet ihrer Partei. Die politische Kultur erlebt dieser Tage einen Tiefpunkt. Es ist nicht gut bestellt um unser Land.

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