Kommentar zu 24-Stunden-Streiks Metall auf Metall

Dass mal bei Tarifverhandlungen auf den Putz gehauen wird, ist normal. Danach wird das, was von der Wand bröckelt, aufgelesen und weiterverhandelt.

Von Bernhard Hertlein
Die IG Metall ruft zum Streik auf.
Die IG Metall ruft zum Streik auf. Foto: dpa

Doch diesmal ist es anders. Diesmal schlägt Metall auf Metall. Da bewegt sich nichts. Da werden Warnstreiks, die offenbar schon zum Standardritual gehören, vom IG Metall-Sprecher als »Kuschelkurs« abgetan, mit dem jetzt Schluss sei. Die Arbeitgeber halten ebenso stahlhart dagegen, indem sie die Streiks nun gerichtlich verhindern wollen.

Gewinnen kann dabei keiner – sieht man von dem Signalcharakter für die eigenen Mitglieder ab. Längst ist klar, dass Flexibilisierung keine Einbahnstraße ist. Vernünftige Arbeitgeber, die wissen, wie wichtig es ist, das Fachpersonal zu halten, kommen ihren Beschäftigten natürlich entgegen, wenn diese in einer bestimmten Lebenssituation ihre Arbeitszeit reduzieren wollen oder müssen. Zwar ist es etwas Anderes, dies tariflich festzuschreiben. Trotzdem wäre eine Lösung wohl möglich gewesen.

Jetzt, da beide so stark aufrüsten, wird es viel schwerer, einen Kompromiss auszuhandeln – und ihn danach den Verbands- und Gewerkschaftsmitgliedern zu verkaufen.

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