Kommentar zu den Koalitionsverhandlungen Keine Zeit für Spielchen

Schon in einer Woche sollen die Koalitionsverhandlungen von Union und SPD beendet sein, wenn nötig maximal zwei Tage länger dauern. Das ist gut so. Während der Sondierungen waren die wichtigsten Inhalte bereits konkret vorbesprochen worden. Wer die GroKo will, muss fürs Feintuning nicht unnötig Zeit verplempern.

Von Hagen Strauß
Der SPD-Vorsitzende Martin Schulz während der Koalitionsverhandlungen.
Der SPD-Vorsitzende Martin Schulz während der Koalitionsverhandlungen. Foto: dpa/Gregor Fischer

Die SPD darf nun die inhaltlichen Konflikte nicht auf die Spitze treiben. Erstens hat sie nur 20 Prozent bei der Bundestagswahl geholt, was nicht gerade für ihr Programm gesprochen hat. Zweitens ist nach dem Sonderparteitag in Bonn die Stimmung der Basis eher pro GroKo. Jeder Pseudo-Konflikt wäre da gefährlich. Schließlich entscheiden die SPD-Mitglieder am Ende über den Koalitionsvertrag und damit über die GroKo als solches.

Viele Bürger reiben sich ohnehin die Augen angesichts der langwierigen Regierungsbildung und der Zickereien einzelner. Würden die Gespräche bis in den Karneval hinein dauern, drohen die Parteien zur Lachnummer mit allen Risiken und Nebenwirkungen zu werden. Und diese Rolle sollten die Verhandler dann doch lieber dem niemals fertig werdenden Hauptstadtflughafen BER überlassen.

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