Kommentar zur abschlagsfreien Rente mit 63 Arbeitnehmer zahlen

Die abschlagsfreie Rente mit 63 ist ein Renner. Wer die Voraussetzungen erfüllt, der macht davon Gebrauch. Aber war die letzte Große Koalition klug beraten, dieses Tor zu öffnen?

Von Stefan Vetter
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Symbolbild Foto: dpa

Die Politik hatte lange die Frühverrentung beklagt. Nun, da der Fachkräftemangel vielerorts zum Problem geworden ist, wirkt die Rente mit 63 extrem unangebracht. Und sie verträgt sich schlecht mit der Generationengerechtigkeit. Wer 45 Versicherungsjahre vorweisen kann, der gehört in aller Regel nicht zu den von Altersarmut bedrohten Menschen. Für ihr Privileg müssen zudem die Beitragszahler einspringen: Steuermittel fließen für die Frührente nicht. Die arbeitende Generation ist zudem doppelt gekniffen. Weil die abschlagsfreie Rente mit 63 längerfristig ausläuft, werden viele nichts davon haben, wenn sie selbst in dieses Alter kommen.

Man sollte meinen, eine mögliche künftige GroKo hätte nun daraus gelernt. Ein Blick ins Rentenkapitel der Sondierungsvereinbarung erweckt aber nicht den Eindruck. Eine Haltelinie für die Höhe des Rentenbeitrags sucht man vergebens. Aktive Arbeitnehmer haben offenkundig keine rentenpolitische Lobby im Land.

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