Kommentar zum Tötungsdelikt in Lünen Sprachlos

Die ersten Meldungen nach der Vernehmung des tatverdächtigen Jugendlichen, die gestern Abend eintrafen, machen sprachlos. Wirklich nur angeblich provozierende Blicke sollen das Motiv gewesen sein, einen Jungen umzubringen?

Von Thomas Hochstätter
Polizisten und Schüler stehen auf dem Schulhof der Käthe Kollwitz Gesamtschule.
Polizisten und Schüler stehen auf dem Schulhof der Käthe Kollwitz Gesamtschule. Foto: dpa

Noch ist Vorsicht geboten. Eine Aussage kann auch in die Irre führen. Die Aufklärung des Verbrechens steht noch ganz am Anfang. Doch der Wunsch nach Erklärungen ist groß. Zum Teil auch die Ungeduld.

Derartige Taten wühlen auf und machen Angst. Man hat das Bedürfnis, zu verstehen, was solche Wut auslöst. Warum jemand überhaupt mit einem Messer in die Schule geht. Welche Gedankenwelt hinter so einer Brutalität steht. Ist sie Ausdruck einer Verrohung der Gesellschaft oder ein tragischer Einzelfall?

Es gilt, die Vorgeschichte zu beleuchten. Gibt es eine fatale Entwicklung, die zu erkennen gewesen wäre? Was hätte anders laufen müssen, um die Tat zu verhindern?

Fragen über Fragen. Es mag dauern, bis sie beantwortet werden können. Aber sie sind jede Mühe wert. Zunächst jedoch gilt den Angehörigen des Opfers unser Mitgefühl.

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