Kommentar zur Juso-Kampagne Sektiererisch

Die Geister, die der forsche Juso-Chef Kevin Kühnert gerufen hat, werden ihm offenbar langsam unheimlich. Anders ist sein Hinweis darauf, dass er nun doch nichts von Neumitgliedern halte, die nur die GroKo verhindern wollten, kaum zu verstehen. Die Erkenntnis kommt ein bisschen spät. Denn schon ist von einer Eintrittswelle in die SPD die Rede.

Von Hagen Strauß
Der Juso-Bundesvorsitzende Kevin Kühnert.
Der Juso-Bundesvorsitzende Kevin Kühnert. Foto: dpa

Dabei haben die Jusos es so gewollt. Die Kampagne, für einen Zehner für zwei Monate Mitglied zu werden , um nach den Koalitionsverhandlungen beim Mitgliederentscheid gegen die GroKo stimmen zu können, war doch genau darauf angelegt. Blöd nur, dass dem Aufruf jetzt offenbar so viele folgen, womit ein Teil der roten Nachwuchsorganisation wohl nicht gerechnet hat.

Mit der Kampagne haben die Jusos den Bogen überspannt. Denn es zählen nicht mehr die Ergebnisse, die bei den Verhandlungen mit der Union herauskommen, und die vielleicht durchaus vorzeigbar sein werden für die SPD. Vielmehr geht es nur noch ums Verhindern, um Blockade. Das ist unprofessionell, unpolitisch, ja sektiererisch.

Kommentare

Sektiererisch

Was in Essen passierte ist weder unprofessionell noch unpolitisch und auf keinen Fall sektiererisch. Das ist gelebte Demokratie oder der Hilferuf des SPD-Nachwuchses über die Realitätsverweigerung der Alt-Vorderen, die offensichtlich an "morbus ignorantia" leiden. Die Kampagne hat zumindest Aufmerksamkeit in allen politischen Lagern bewirkt. Jetzt schon von einem Erfolg der möglichen Groko zu sprechen ist unrealistischer Optimismus.

1 Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.