Kommentar zu den Warnstreiks in der Metallbranche Heiß und stürmisch

Sechs Prozent mehr – das ist auch angesichts der guten Konjunktur der deutschen Wirtschaft und optimistischer Prognosen ein ordentlicher Schluck aus der Pulle. Doch ein weit größerer Brocken dürfte für die Arbeitgeber die Forderung der IG Metall sein, sie sollten Arbeitszeitreduzierungen für Schichtarbeiter sowie in Phasen der Kindererziehung und Pflege von Angehörigen nicht nur dulden, sondern sogar bezuschussen. Damit macht die Gewerkschaft ein ganz neues und sehr teures Fass auf .

Von Bernhard Hertlein
Trillerpfeifen werden wohl auch dieses Mal den Forderungen der IG Metall bei den anstehenden Warnstreiks Nachdruck verleihen. Vor der dritten Verhandlungsrunde werden die Kommentare auf beiden Seiten härter. Das gilt in besonderer Weise in OWL.
Trillerpfeifen werden wohl auch dieses Mal den Forderungen der IG Metall bei den anstehenden Warnstreiks Nachdruck verleihen. Vor der dritten Verhandlungsrunde werden die Kommentare auf beiden Seiten härter. Das gilt in besonderer Weise in OWL. Foto: dpa

Es ist verständlich, dass die Gewerkschaft das Los eines besonders geforderten Teils ihrer Mitglieder verbessern will. Doch außer bei Schichtarbeit hat die Mehrbelastung zunächst nichts mit dem Betrieb zu tun. Es spricht einiges dafür, darin eine Aufgabe für die Gesellschaft und damit für den Staat zu sehen.

Hinzu kommt, dass etwa in der Autoindustrie gravierende Veränderungen anstehen. Sie erfordern hohe Investitionen bei Herstellern und Zulieferern. Die Metallindustrie steht vor einem heißen Frühling mit einem stürmischen Arbeitskampf. Das Rechtsgutachten, das die Arbeitgeber gegen die IG Metall in Stellung bringen, macht das Verhandeln nicht leichter.

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