Kommentar zu Verhaftungen in Russland Provokationen

Glasnost? Perestrojka? War da nicht mal was? In Wladimir Putins Russland 2017 betrachtet es das Regime schon als unerträgliche Provokation, wenn Staatsbürger gegen die im Land verbreitete Korruption protestieren.

Von Bernhard Hertlein
Polizisten nehmen während einer Antikorruptions-Demonstration in St. Petersburg einen Teilnehmer fest.
Polizisten nehmen während einer Antikorruptions-Demonstration in St. Petersburg einen Teilnehmer fest. Foto: dpa

Die Verhaftung von Alexej Nawalny und hunderten friedlichen Demonstranten widerlegt alle, die im Moskauer Präsidenten noch etwas anderes sehen als einen lupenreinen Diktator.

Putin liebt es, die freie Welt nach Belieben herauszufordern. Dem US-Präsidenten sind durch die bekannt gewordenen Moskauer Manipulationen bei seiner Wahl alle Hände gebunden. Europa allein aber ist wohl zu schwach.

Was sollte die EU auch tun? Sanktionen hat sie bereits verhängt – wegen der russischen Besetzung der Krim. Eine andere Frage ist, ob Putin in Russland noch unantastbar ist. Klar, auf seinen Geheimdienst kann er bauen.

Doch die Versicherung, dass die Landbevölkerung sich einen Dreck um die Proteste liberaler Bürger kümmert, so lange es ihr wirtschaftlich gut geht, verliert ihren Wert, wenn Autos, Kleidung, Fleisch und Wodka immer noch teurer werden.

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