Kommentar zum Umgang mit Wölfen Aufgebauschte Gefahr

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) beschwört ein Problem, das es so noch gar nicht gibt. Wer von Ihnen hat in letzter Zeit einen Wolf gesehen? Weil keineswegs jeden Abend Rudel über unsere Marktplätze streifen, erweckt Schmidt einen falschen Eindruck von der von Wölfen angeblich ausgehenden Gefahr.

Von Dietmar Kemper
Symbolbild.
Symbolbild. Foto: dpa

Und wenn er fordert, man müsse den Bestand regulieren dürfen, dann spricht er nur eine Selbstverständlichkeit aus. Natürlich müssen wir die Wolfspopulation im Auge behalten und aggressive Tiere mit unnatürlichem Verhalten erschießen.

Ansonsten ist die Sicherheitsdiskussion im Zusammenhang mit dem Wolf typisch deutsch: Anstatt sich darüber zu freuen, dass er zurück ist, wird er gleich wieder dämonisiert. Natürlich könnte ein Wolf einen Menschen verletzen, aber rotten die Australier gleich alle Giftschlangen aus, wenn einer gebissen wurde? Das wiederholt zu hörende Argument, wir bräuchten keine Wölfe, entlarvt uns als arrogante Spezies, die nur nach dem Nutzen fragt und das Gebot, die Schöpfung zu bewahren, ignoriert. Ach ja, noch was: Wölfe haben vor Menschen mehr Angst als umgekehrt.

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