Kommentar zu Autoschadstoffen Ehrlich werden

Wenn denn der VW-Skandal um sogenannte Schummelsoftware in Diesel-Autos ein Gutes hatte, dann ist es wohl, dass niemand mehr die offiziellen Monddaten der Hersteller in Sachen Verbrauch und Schadstoffausstoß für voll nimmt.

Von Ingo Steinsdörfer
Symbolbild.
Symbolbild. Foto: dpa

Nicht mal mehr als Messlatte für Modellvergleiche vor dem Kauf. Denn die Kreativität der Hersteller ist offenbar grenzenlos. Wie sonst kann ein für Euro 6 durchgewunkener Pkw im Praxistest auf 1300 Milligramm Stickoxid (NOx) pro Kilometer kommen, wo 80 Milligramm erlaubt sind? Ein Schelm, wer da von Schummelei spricht. Täuschung und Lüge heißt das. Oder modern: postfaktisch.

Dass ein aktueller Lkw im Vergleich geradezu als Saubermann vorbeizieht, macht den Irrsinn komplett. Warum kann er das? Einfach, weil er es muss: Straßentests zwingen Hersteller hier seit 2013 zu wirksamen Maßnahmen. Anders geht’s wohl nicht.

Gerade weil die Autoindustrie so wichtig für uns ist, muss sie glaubwürdig und ehrlich agieren: vor dem Gesetz, vor sich selbst und vor den Kunden. Alles andere wird am Ende nur sehr, sehr teuer.

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