Kommentar zum Ernährungsreport Gestresst oder bequem

Je mehr im Fernsehen gekocht wird, desto weniger kochen die Leute am eigenen Herd. An dieser Vermutung ist etwas dran, wie der aktuelle Ernährungsreport belegt.

Von Andreas Schnadwinkel
Symbolbild.
Symbolbild. Foto: dpa

Zum Teil lesen sich die Ergebnisse wie empirische Basisdaten gesellschaftlicher Trends. Dass immer weniger Leute selbst kochen, hat zwei wesentliche Gründe: Stress oder Bequemlichkeit.

Dass Frauen noch eher zu schneller Küche neigen als Männer, spricht für die zunehmende Belastung: Wer Beruf, Kinder und Haushalt einigermaßen in den Griff bekommen will, der hat immer weniger Zeit, sich mit der Zubereitung des Essens zu beschäftigen. Dabei ist es gar nicht so schwer, schnell, günstig und gesund zu kochen. Dass der Antrieb dazu nach einem harten Arbeitstag oft fehlt, ist allerdings auch verständlich.

Normalerweise sollte es Aufgabe der Eltern sein, bei Kindern ein Bewusstsein für gute Ernährung zu schaffen. Da viele Väter und Mütter das – aus welchen Gründen auch immer – nicht hinbekommen, sollen nun die Schulen das leisten, was Aufgabe der Familien sein sollte. Mal wieder.

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