Kommentar zum SPD-Kanzlerkandidaten Abwarten

Alle paar Tage wird darüber spekuliert, ob Martin Schulz nun Kanzlerkandidat der SPD wird, ob er noch will, darf, soll. Oder dass doch bei der Bundestagswahl im nächsten Jahr Parteichef Sigmar Gabriel ins Rennen geht, weil er qua Amt das erste Zugriffsrecht hat, weil er nicht noch einmal einem anderen den Vortritt überlassen kann. Die muntere Kaffeesatzleserei wird zunehmend lächerlich.

Von Hagen Strauß
Martin Schulz
Martin Schulz Foto: dpa

Abwarten und Tee trinken. Die SPD hat sich ihren Fahrplan gegeben. Punkt. Den kann man durchaus für falsch halten, da das Herauszögern der Entscheidung die Spekulationen zur ­K-Frage beflügelt. Außerdem war es zuletzt so, dass einige Genossen aus der Führungsetage bewusst oder unbewusst die Debatte über den potentiellen Merkel-Herausforderer angeheizt haben.

Fakt ist: Es gibt gute Gründe für die SPD, mit Schulz anzutreten – seine neue Beliebtheit, seine Ferne zum Berliner Politbetrieb, seine europäische Erfahrung. Und es gibt gute Gründe, dass Gabriel es macht – er ist der Parteichef, er kennt die Schwächen der Kanzlerin, er kann Wahlkampf.

Aber die Genossen lassen sich nicht erweichen. Sie bleiben bei ihrem Zeitplan.

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