Kommentar zum G36 Theorie und Praxis

Die G36-Affäre bleibt dubios: Warum sind Soldaten in der Praxis mit einem Gewehr zufrieden, das in der Theorie des Testlabors miserable Werte erzielt?

Von Andreas Schnadwinkel
Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) spricht am 18.06. 2015 auf einem Truppenübungsplatz in der Nähe des polnischen Ortes Sagan mit deutschen Soldaten, von denen einer ein Gewehr vom Typ G36 trägt.
Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) spricht am 18.06. 2015 auf einem Truppenübungsplatz in der Nähe des polnischen Ortes Sagan mit deutschen Soldaten, von denen einer ein Gewehr vom Typ G36 trägt. Foto: Kay Nietfeld/dpa

Diese Diskrepanz konnte und musste das Gericht nicht auflösen. Für das Bundesverteidigungsministerium ist der Prozess nicht gut verlaufen. Denn das gesamte Verfahren zeigt deutlich, dass in dem Ministerium schon seit vielen Jahren die Abläufe nicht passen. Das wusste Ursula von der Leyen schon bei ihrem Amtsantritt Ende 2013.

Deswegen entließ sie im Fe­bruar 2014 den Staatssekretär Stéphane Beemelmans, der in Thomas de Maizières Drohnen-Affäre (»Euro Hawk«) eine schlechte Figur abgegeben hatte. Seitdem ist die Seiteneinsteigerin Katrin Suder als Staatssekretärin für die Ausrüstung verantwortlich. Ihr Job: alte Seilschaften zwischen Bendlerblock und Rüstungsindustrie zerschlagen.

Das Dilemma aber ist geblieben: Ursula von der Leyen hätte in der G36-Affäre mehr auf die Soldaten und weniger auf die Bürokraten hören sollen. Ihre pauschale Entscheidung gegen das Gewehr war vorschnell.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.