Kommentar zum Lkw-Kartell Manipuliert

Europas Kartellrecht gilt als eine der großen Stärken. Das aktuelle Beispiel praktisch aller Lkw-Hersteller in der Gemeinschaft zeigt: Es gäbe – außer der Brüsseler Wettbewerbsbehörde – niemanden, der EU-weite Preisabsprachen stoppen könnte.

Von Detlef Drewes
Viele LKW.
Viele LKW. Foto: dpa

Dass die Brummi-Branche die Listenpreise ihrer Lkw-Züge um bis zu 20 Prozent künstlich verteuert hat, ist mehr als nur einfach dreist. Die zurückliegenden Fälle mit ähnlichen Vergehen anderer Branchen wie Aufzüge, Sanitär-Einrichtungen, Autoglas oder Betriebsprogrammen für Computer zeigen: Es wird mit allen Mitteln versucht, den Wettbewerb zugunsten der Verbraucher auszutricksen und sich daran zu bereichern.

Der Binnenmarkt ist aber ohne Wettbewerb undenkbar. Mehr noch: Er entfaltet seine Möglichkeiten erst dann, wenn sich alle an die Regeln halten und nicht glauben, ihn für ihre Zwecke außer Kraft setzen zu dürfen.

Den Lkw-Herstellern kann man dabei nur eines zugutehalten: Sie haben im Laufe der Ermittlungen wenigstens nicht versucht, ihre Praxis schönzureden, sondern geholfen, die eigenen Vergehen aufzuklären.

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