Kommentar zu Frommholz Lange genug gewarnt

Die Insolvenz der Frommholz-Produktionsfirma in Spenge ist ein schwerer Schlag für die deutsche Möbelindustrie – auch wenn er nicht unvorbereitet kommt. Seniorchef Dirk-Walter Frommholz war als Branchensprecher und langjähriger IHK-Vizepräsident auch einer breiteren Öffentlichkeit bekannt.

Von Bernhard Hertlein
Dirk-Walter und Sohn Gero Walter Frommholz in ihrem Unternehmen.
Dirk-Walter und Sohn Gero Walter Frommholz in ihrem Unternehmen. Foto: Oliver Schwabe

Als Verbandspräsident der deutschen Polstermöbelhersteller hat er immer wieder davor gewarnt, dass die Produktion in Deutschland nicht mehr bezahlbar sei. Der Aufbau moderner Produktionsstätten in Osteuropa und insbesondere in Polen wurde von der EU sogar noch subventioniert – für das höhere Ziel, in Europa vergleichbare Lebensbedingungen herzustellen.

Wo es aber Gewinner gibt, muss man auch mit Verlierern rechnen. Die 44 Fachkräfte, die neue Jobs suchen müssen, gehören dazu. Frommholz selbst wird weiter bestehen – sogar relativ bruchlos, da es schon seit einigen Jahren selbst in Osteuropa produziert. Wie lange der Boom dort anhält? Die Karawane ist schon wieder aufgebrochen und in Asien angekommen. Die Situation der deutschen Möbelbranche erinnert sehr an die Lage der Textilindustrie vor einigen Jahrzehnten.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.