Kommentar zu Vorstandsboni bei VW Gürtel enger schnallen

Von Wolfgang Schäffer
Matthias Müller, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG.
Matthias Müller, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG. Foto: Julian Stratenschulte

Vertrag ist Vertrag – könnten sie sagen, die Vorstände des VW-Konzerns, wenn es um die millionenschweren Bonus-Zahlungen geht. Doch das wäre wohl das schlechteste aller Zeichen. Belegschaft und auch Öffentlichkeit erwarten ein deutliches Signal dafür, dass auch in den Vorstandsetagen die Gürtel enger geschnallt werden.

Unrealistisch sind Forderungen nach einem kompletten Verzicht auf alle Boni-Zahlungen. Die setzten sich zusammen aus dem wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens, individuell vereinbarten Zielen mit den einzelnen Managern und einer Gratifikation, die sich auf die Leistung der vergangenen Jahre bezieht. Da an den Prämien, die an den wirtschaftlichen Erfolg gekoppelt sind, kaum zu rütteln ist, kann, nein, muss es bei den individuell vereinbarten Boni einen freiwilligen Verzicht geben.

Nur so kann es die Führungsriege schaffen, die Mitarbeiter und damit auch den Betriebsrat bei anderen denkbaren Sparmaßnahmen mit ins Boot zu holen. VW-Chef Matthias Müller wird alles daran setzen, seine Kollegen im Vorstand von einer möglichst hohen Verzichtsquote zu überzeugen. Schließlich war er es, der Ende 2015 erklärt hatte, auch der Vorstand werde die Gürtel enger schnallen. An diesem Versprechen wird er nun gemessen.

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