Kommentar zu Wohnungseinbrüchen Neue Konzepte nötig

Die Bekämpfung der Wohnungseinbrüche wird in diesem Jahr die wichtigste Aufgabe der Polizei sein. Die Zahlen der ersten beiden Monate lassen Schlimmes befürchten, und sie zeigen: Die bisherigen Konzepte wirken nicht.

Von Christian Althoff
Symbolbild.
Symbolbild. Foto: dpa

Gebetsmühlenartig wird erklärt, die Täter seien vor allem Osteuropäer, die über die Autobahnen kämen und gegen die man wenig tun könne.

Das nahm anfangs auch die Kripo Detmold an, als 2015 die Zahlen nach oben schossen. Doch dann explodierten die Einbruchszahlen auch in Gegenden wie Extertal, weitab von jeder Autobahn. Auch die Polizei Herford stellte fest: Alle 2015 gefassten Einbrecher hatten ihren Wohnsitz im Kreis Herford.

Natürlich gibt es osteuropäische Banden, aber dass sie den Großteil der Einbrüche begehen, ist nichts als eine Annahme. Eine Studie des Landeskriminalamts, die alle aufgeklärten Einbrüche aus mehreren Jahren ausgewertet hat, kommt zu dem Ergebnis, dass die Autobahnnähe keine Rolle spielt und 60 Prozent der Täter in dem Bundesland leben, in dem der Einbruch geschah.

Die Polizei muss ihre Konzepte überdenken. Nur: Wirksame Methoden, wie etwa die längere Observation polizeibekannter Einbrecher, binden Personal – und das fehlt der Polizei leider.

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