Kommentar zum DFB und dem Kaugummiwurf Wenn das kein Eklat ist!

In der Fußball-Bundesliga geht es um Tore, Punkte und die Meisterschaft. Aber es geht auch um Geld, Geld und Geld. Die nationale Topliga ist eines der profitabelsten Sportunternehmen des Kontinents. Und um das Interesse an den Rasenspielen aufrecht zu erhalten, braucht es Extreme (schönstes, schnellstes Tor, gemeinstes Foul, längste Torlosserie). Gibt es die an einem Spieltag nicht, wird aus einem Kaugummiwurf – ungefähr und nur ein bisschen in die Richtung eines Menschen – ein Fall für den Deutschen Fußball-Bund. Denn der, und nicht die Deutsche Fußball-Liga, ist der Herr über das Gute und Reine.

Von Oliver Kreth
Jörg Schmadtke.
Jörg Schmadtke. Foto: Carmen Jaspersen/dpa

Es bleibt erstaunlich, dass sich der DFB mit dem Fall Schmadtke beschäftigt. Denn eigentlich haben die Ethiker aus Frankfurt am Main doch wirklich anderes zu tun. Sommermärchen-Skandal, die nicht ernsthaft bekämpfte Wettproblematik, die unausrottbare Bagatellisierung des Dopings, die Kostenexplosion (allein 128 Millionen Euro zahlten die 18 Bundesligaklubs in den Transferperioden von März 2015 bis 2016 an Spielerberater), und, und, und.
Schmadtke hat einen Kaugummi geworfen und sich entschuldigt. Hoffenheim hat das akzeptiert. Der DFB – und Teile der Medien – sollten das auch. Zum Eklat taugt diese Geschichte nicht.

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