Meinung Es muss bezahlt werden

Mütterrente, Rente mit 63, Mindestlohn und nun auch noch die Lebensleistungsrente? Natürlich gibt es gute Argumente, dass jemand, der 40 Jahre lang gearbeitet hat, im Alter eine Rente erhalten soll, die spürbar über dem Niveau der Sozialhilfe liegt. Und natürlich ist es gerecht, dass jemand, der schon zu Lebzeiten aus unterschiedlichen Gründen wenig verdiente, nicht im Alter noch dafür bestraft wird.

Von Bernhard Hertlein
Symbolbild.
Symbolbild. Foto: dpa

Doch auch wenn es sich nicht um »Wohltaten« handelt: Auch gute und gerechte Maßnahmen müssen bezahlt werden. Bundesarbeitsministerin An­drea Nahles will das Geld aus dem Steuertopf nehmen. Das ist kurzsichtig. Wenn Mehrausgaben bei der Rente selbst in Zeiten, in denen die Zahl der Erwerbstätigen auf Rekordniveau gesprungen ist, nicht aus den Einnahmen gedeckt werden: Wie wird das erst sein, wenn sich unter dem Einfluss des demografischen Wandels wieder Löcher in der Rentenkasse auftun?

Die Jungen in der Politik denken weiter – und nachhaltiger. Schließlich müssen sie später außer für diesen Beschluss auch für die Zinsen der Schulden von heute aufkommen. Die weitere schrittweise Heraufsetzung des Rentenalters, von der Jungen Union gefordert, ist natürlich unpopulär. Aber sie wäre der beste Weg, die Altersversorgung abzusichern.

Kommentare

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Ließe sich das Leben allein nach Stückzahl oder Profit berechnen, bräuchte es ausschließlich nur eine Refafachkraft und keine Bundesregierung.

Versicherungsfremde Leistungen


Die Rentenversicherungen kranken seit Jahren vor Allem an einem, den versicherungsfremden Leistungen, also Leistungen, für die keine Beitraege gezahlt wurden. Und davon gibt es eine ganze Menge.

Man sieht das unter Anderem daran, dass jetzt schon um ein Drittel der Renten aus Steuermitteln finanziert werden.

Übrigens, werden wir wirklich alle älter und kommen wirklich sowenig Junge nach, oder wird dies so erzählt, um Menschen in die private Vorsorge zu drängen? Ja es gibt sehr viele sehr alte Menschen. Die sind aber zumeist eben keine Rentner, sondern z.B. Pensionäre. Jemand der eigentlich immer schon relativ arm war, wird nicht so alt.

Wieso bekommen Beamte 70% ihres letzten Gehalts und Rentner 47% ihres Durchschnittsgehaltes?

Heute geborene Männer werden angeblich 77 Jahre alt (ich find die Quelle nicht mehr) und Frauen so um 82.

Ich hab mir mal meine Renteninformation angeschaut. Demnach dürfte ich sogar 1 Jahr länger leben um die durch mich und den durch die Arbeitgeber eingezahlten Beträge zu verbrauchen (was nicht ganz richtig ist, da ja beim Umlaufverfahren das einbezahlte Geld gleich wieder ausgezahlt wird, was aber nicht bedeutet, dass die jüngere Generation die ältere "trüge"; es wird lediglich das Geld des Beitragszahlers auf das er ja eh bis zum Renteneintrittsalter keinen Zugriff hätte, auch wenn es eine Kasse gäbe, genommen und an die aktuellen Rentner ausgezahlt. Jeder bezahlt Beiträge für seine Rente und nicht etwa für einen Andern. Deshalb bekommt man auch eine Renteninformation und nicht etwa die Eltern!)

Diesen Samstag habe ich in dieser Zeitung nach einer Todesanzeige gesucht und mal wieder gesehen, dass nicht nur viel sehr alte Menschen sterben, sondern auch sehr viele junge bis sehr junge. Auch in meinem Bekanntenkreis kenne ich da einige von. Die hatten alle Rentenbeitraege gezahlt. .....

Die Lösung im Rentendilemma ist nicht unbedingt allein (aber auch) die Erhöhung der Anzahl der Beitragszahler, sondern vielmehr eine starke Lohnerhöhung für alle, so dass sowohl der Arbeitnehmer- als auch der Arbeitgeberanteil der Beitraege merklich steigen.

Die Höhe der Löhne ist nicht in erster Linie nur eine Frage von Angebot und Nachfrage, sondern eine Frage der gesellschaftlichen Bewertung, obwohl man sich dann schon die Frage stellen muß, wieso sogenannte gesellschaftlich relevante Jobs so viel schlechter bezahlt werden, als rein individuell relevante jobs.


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