Pensionäre sollen helfen Wir haben’s ja!

Von Christian Althoff

Eine Beamtin bei der Arbeit.
Eine Beamtin bei der Arbeit. Foto: dpa

So wenig Fingerspitzengefühl muss man erstmal haben: Während  ehrenamtliche Helfer seit Monaten  gelegentlich bis zur Erschöpfung dafür sorgen, dass Deutschland den Flüchtlingsstrom halbswegs anständig bewältigt,  kommt die rot-grüne Landesregierung auf die Idee, pensionierte Beamte  für die Flüchtlingsarbeit zu reaktivieren – und sie fürstlich  zu bezahlen. Neben ihrer Pension sollen die früheren Staatsdiener volle Bezüge bekommen, und eine Sonderregelung soll sie vor hohen Abzügen schützen.

Diese Klientelpolitik ist ein Schlag ins Gesicht der Ehrenamtler, und zwar nicht nur jener, die sich für Flüchtlinge engagieren. Wie soll sich jemand fühlen, der etwa ehrenamtlich für einen  Hospizdienst   Sterbende im Krankenhaus besucht, aber nicht einmal seine Parkgebühren oder seine Fahrtkosten steuerlich geltend machen darf?

Dass jetzt ausgerechnet pensionierte Beamte  einen gutbezahlten Job  mit  Sonderstatus bekommen sollen,    ist ein fatales Signal. Zumal  die Rechnung wieder wir Steuerzahler begleichen müssen.

Und: Wo war eigentlich das Engagement, das die Landesregierung jetzt  an den Tag legt, als   Eltern schon vor Jahren über ausfallende Unterrichtsstunden und fehlende  Kitaplätze  klagten?

Kommentare

Spricht mir aus der Seele, ich habe selbst ein Ehrenamt in einem Umfeld, wo es um siebenstellige Beträge geht und zahle (wie andere Ehrenämtler) auch noch drauf, da ich Benzin etc. eben spendiere und nicht einmal absetzen kann.
Und so sehr ich Ehrenamt insgesamt für wichtig halte, so sehr ärgert es mich, wenn stets nach Volunteers gerufen wird. Geht denn in diesem Land nichts mehr ohne?

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