Russland in Syrien Auf eigene Rechnung

Von Andreas Schnadwinkel

Russische Kampflugzeuge vom Typ Sukhoi Su-27 nehmen am 20.08.2011 an einer Vorführung in Moskau teil.
Russische Kampflugzeuge vom Typ Sukhoi Su-27 nehmen am 20.08.2011 an einer Vorführung in Moskau teil. Foto: dpa

Heute könnte sich vorentscheiden, ob eine internationale Militärallianz gegen die Terrormiliz »Islamischer Staat« (IS) als Bündnis nachhaltig trägt oder nicht. François Hollande trifft Wladimir Putin. Frankreich und Russland fliegen unabhängig voneinander Luftangriffe in Syrien. Nach den Anschlägen von Paris haben Moskau und Paris angekündigt, ihre Luftangriffe fortan abstimmen zu wollen.

Diese Vereinbarung könnte sich nach dem Abschuss eines russischen Jagdbombers durch die türkische Luftwaffe erledigt haben. Nach dem Zwischenfall dürfte Russland noch mehr als bislang auf eigene Rechnung agieren. Auf den ersten Blick wirkt Putins Ankündigung, das Flugabwehrsystem S-400 nach Syrien zu verlegen, wie eine Warnung an die Türkei, sich russischen Jets im Grenzbereich nicht zu nähern.

Doch diese Form der Aufrüstung hat eine andere Tragweite, weil sie auch die Luftschläge der amerikanisch-arabischen Koalition betrifft – und die Einsätze der Türkei und Israels, deren Jets im syrischen Luftraum unterwegs sind.

Dass auf dem Gebiet des ehemaligen syrischen Staates ein Stellvertreterkrieg tobt, dürfte nun ebenso klar sein wie die Tatsache, dass eine Anti-IS-Allianz wegen der gegensätzlichen Interessen zu scheitern droht.

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