Putin und Erdogan Unterschiedliche Ziele

Von Andreas Schnadwinkel

Putin und Erdogan am 16. November beim G20-Gipfel in Antalya.
Putin und Erdogan am 16. November beim G20-Gipfel in Antalya. Foto: dpa

Der Abschuss des russischen Militärjets ist ein Rückschlag im Kampf gegen den »Islamischen Staat« (IS). Weder die Türkei noch Russland können – trotz unterschiedlicher Ziele in der Konfliktregion – Interesse an einer Eskalation der Einsätze in Syrien haben. Trotzdem ist es zu dem Zwischenfall gekommen.

Es bleibt dabei: Putin will den syrischen Diktator Assad vorerst im Präsidentenamt halten und lässt syrische Rebellen bombardieren, während Erdogan Assad stürzen und die Kurden klein halten will.

Der Zwischenfall macht eines immer deutlicher: An erster Stelle muss eine politische Lösung für Syrien stehen. Nur Russland und Iran können Assad dazu zwingen, nach einer Übergangsphase abzutreten. Und die Türkei muss endlich begreifen, dass der IS für sie ein größerer Feind ist als die kurdische PKK.

Putin und Erdogan sind zwei Männer vom gleichen Schlag, sie sind autokratische Machthaber ehemaliger Weltreiche. Beide meinen, Stärke zeigen zu müssen und rüsten rhetorisch entsprechend auf. Das ist ihr Selbstverständnis, und genau das macht die Lage so brisant.

Schösse ein russischer Kampfjet ein türkisches Militärflugzeug ab, könnte der Nato-Staat Türkei den Bündnisfall ausrufen lassen. Das muss unbedingt vermieden werden.

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