Die Rolle des Kraftfahrtbundesamtes im VW-Skandal Dramatisch machtlos

Von Wolfgang Schäffer

Das Kraftfahrt-Bundesamt im Flensburger Stadtteil Mürwik
Das Kraftfahrt-Bundesamt im Flensburger Stadtteil Mürwik Foto: dpa

Hilfloser kann eine Bundesbehörde kaum auftreten. Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) hat von Verkehrsminister Alexander Dobrindt den Auftrag erhalten, den VW-Skandal um falsche Abgaswerte aufzuarbeiten, soll neue Prüfwerte für alle betroffenen Modelle ermitteln. Eine Farce. Denn auf die Frage, warum dem KBA die höheren Werte nicht schon früher aufgefallen sind, antwortete ein Sprecher: »Da befinden sich die Kollegen in einer Phase des Erkenntnisgewinns.« Ein Satz, der die Machtlosigkeit der Einrichtung in ihrer vollen Dramatik beschreibt.

Zertifizierungsstellen haben geschlampt

 Wer, wenn nicht das KBA, sollte denn darüber Bescheid wissen, ob die von den Herstellern bei der Typengenehmigung eingereichten Werte stimmen. Schließlich hat die Behörde bei all den jetzt auffälligen Fahrzeugen bestätigt, dass die EU-weit gültigen Umweltvorschriften erfüllt werden. Jetzt wird deutlich, dass die vom KBA beauftragten Zertifizierungsstellen geschlampt haben – oder aber im schlimmsten Fall wissentlich über höhere Werte hinweggesehen haben.

Wie auch immer. Die Rolle des KBA ist ein Skandal im Skandal. Denn die Betrüger bei VW hätten gestoppt werden können, wäre richtig kontrolliert worden. Das Aufräumen bei VW allein reicht nicht. Auch beim KBA muss eine neue Struktur her.

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