Klinik für Flüchtlinge Abstruser Plan

Von Christian Althoff

Die Marseille-Kliniken AG will das seit 2010 leer stehende St.-Nikolaus-Hospital umbauen.
Die Marseille-Kliniken AG will das seit 2010 leer stehende St.-Nikolaus-Hospital umbauen. Foto: Jörn Hannemann

»Das Konzept für eine Spezialklinik für Asylbewerber in NRW steht.« Dieser Satz prangt über der Mitteilung, die am Montag von der Marseille-Kliniken-AG verbreitet wurde.

Welches Konzept? Es gibt gar keins! Land, Bezirksregierung, Krankenkassen, Stadtverwaltung – niemand kannte bis Montag den Plan der in Hamburg beheimateten AG, die in Deutschland 60 Krankenhäuser und Pflegeheime betreibt.

Man wolle einen »wichtigen Beitrag« zu den Herausforderungen rund um das Thema Flüchtlinge leisten, behauptet das Unternehmen. Tatsächlich sucht die Aktiengesellschaft schon seit langem eine Möglichkeit, mit ihrer leerstehenden Immobilie in Büren endlich Geld zu verdienen.

Ein Krankenhaus speziell für Flüchtlinge – wer will das überhaupt? Es läuft allen Integrationsbestrebungen zuwider, für Asylbewerber ein paralleles Krankenhaussystem aufzubauen. Der Gipfel aber ist, dass Marseille Flüchtlingen verspricht, sie würden in Büren mit Rücksicht auf ihre Kultur nur von Ärzten und Pflegern ihres eigenen Geschlechts behandelt und umsorgt. Ja, wo leben wir denn eigentlich?

Das Vorhaben ist so abstrus, dass wahrscheinlich keine Gefahr besteht, dass es jemals umgesetzt wird.