Wohnraum für Flüchtlinge Flurschaden

Von Ingo Schmitz

Die Not der Kommunen bei der Suche nach Wohnraum für Flüchtlinge setzt die Bürgermeister unter Druck: Sie müssen Lösungen finden und die Bevölkerung immer wieder um Verständnis bitten. Das geschieht in OWL mit großem Erfolg. Dass ein Bürgermeister aber langjährigen Mietern kündigt, um in den städtischen Wohnungen Asylbewerber unterzubringen, geht zu weit.

Egal, ob die Kündigungen juristisch einwandfrei sind, oder nicht: Sie hätten nicht erfolgen dürfen. Da hat CDU-Politiker Elmar Brok vollkommen recht. Gerade Nieheim hat sichtbar mit dem demographischen Wandel zu kämpfen: Es gibt genug Leerstände. Auch andere Städte müssen sich finanziell verausgaben, um Wohnraum anzumieten oder zu schaffen. Nieheims Heil kann nicht an diesen zwei Wohnungen hängen.

Viel schlimmer sind die Konsequenzen, die sich aus dem Fall ergeben: Die braune Gesinnung mancher Zeitgenossen hat nun den nötigen Zündstoff bekommen, um sich explosionsartig in den sozialen Medien zu verbreiten. Mit Springerstiefeln wird die kritikwürdige Entscheidung des Bürgermeisters niedergetrampelt. Das ist verheerend für die oft zitierte Willkommenskultur. Auch wenn die Kündigungen zurückgenommen werden sollten: Der Flurschaden wird sich nur schwer beheben lassen.