Kandidat Trump Das Phänomen

Von Thomas J. Spang

Donald Trump während der Debatte.
Donald Trump während der Debatte. Foto: dpa

Donald Trump lässt sich mit konventioneller Polit-Metrik nur schlecht fassen. Andernfalls hätten nicht so viele erfahrene Beobachter so große Probleme, den Aufstieg des großmäuligen Milliardärs aus New York zu erklären.

Deshalb gilt es, auch nach der zweiten Präsidentschaft-Debatte Vorsicht walten zu lassen, vorzeitig das Ende Trumps auszurufen. Sicherlich: Der Kandidat hatte nicht viel an Konkretem zu bieten.

Es wäre aber ein Fehler zu glauben, seine Anhänger ließen sich davon beeindrucken. Tatsächlich bedient Trump ein Segment in der republikanischen Wählerschaft, das sich aus »High-E« (viel Lärm) und »Low-I« (geringe Information) zusammensetzt. Dieser Teil der Parteibasis glaubt wie Trump. Er verschafft seinen Anhängern die Illusion, mit ihm im Weiße Haus könnte sich ihr persönliches Schicksal irgendwie wenden.

Wer ernsthaft glaubt, dieser Appeal Trumps verschwinde, weil er sich in einer Debatte als wenig spezifisch, unverschämt oder widersprüchlich erwiesen hatte, irrt. Vielmehr verkörpert der Kandidat eine Stimmung, die bei den Republikanern über Jahre hinweg kultiviert wurde. Trump ist der Geist, der sich nicht so einfach in die Flasche zurückstecken lässt.

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