Krankenkassen-Beiträge Zurück zur Vernunft

Von Oliver Horst

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Vollmundige Versprechen sind in der Politik oft von kurzer Dauer. Das gilt besonders bei der von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) verantworteten  Finanzierung der gesetzlichen Krankenkassen. Schon als der Minister 2014 die Rückkehr zum Wettbewerb der   Kassen über den Beitragssatz verkündete und 20 Millionen Versicherten finanzielle Entlastung versprach, schwante vielen nichts Gutes.

Versicherte sollen Mehrkosten tragen

Dass die neue Systematik mit starrem Beitragssatz, den sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber teilen, sowie einem von jeder Kasse  anpassbaren Zusatzbeitrag, den allein der Versicherte zahlt, über kurz oder lang eine teure Zumutung wird, war klar. Gelockerte Kostenbremsen für Arzneimittel sowie  mehr Milliarden für Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte lassen die Ausgaben weiter explodieren. Da  der Bund auch seinen Zuschuss zum Gesundheitsfonds kürzte, schmelzen die von den Versicherten angesparten Milliardenrücklagen noch schneller.

Während die Arbeitgeberbeiträge eingefroren sind, sollen die Versicherten sämtliche Mehrkosten heute und in Zukunft alleine tragen. Das ist höchst unsolidarisch. Die Rückkehr zur paritätischen Finanzierung ist der folgerichtige Schritt. Vielleicht hilft dann auch die starke Lobby der Wirtschaft wieder zu mehr  Vernunft und Kostendisziplin.

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