Kita-Studie Vorwärts im Trippelschritt

Von Andreas Kolesch

Es tut sich was in  den  Kindergärten. Nach den massiven Anstrengungen zum Ausbau der U-3-Plätze trägt jetzt auch die Qualitätsdebatte erste Früchte. Bundesweit wie auch in Nordrhein-Westfalen steigt die Personalausstattung und damit die Chance, dass  jedes Kind  die notwendige Zuwendung  tatsächlich  erhält. Der rechnerische Betreuungsschlüssel in NRW ist  innerhalb von zwei Jahren minimal von 3,7 auf 3,6 Kleinkinder je Betreuungskraft gesunken, bei den Ü-3-Kindern  von  9,8 auf 9,5.  Zugegeben: Die tatsächlichen Zahlen im Kita-Alltag liegen deutlich höher, und  es geht nur im Trippelschritt voran. Doch die Richtung stimmt.

Hohe Zahl der befristeten Arbeitsverträge ist alarmierend

Alarmierend sind hingegen andere Ergebnisse der Studie. Wenn in Nordrhein-Westfalen nahezu 60 Prozent der Kita-Fachkräfte unter 25 Jahren nur einen befristeten Arbeitsvertrag haben, dann erklärt das viel über die Unzufriedenheit in vielen Einrichtungen und die hohe Streikbereitschaft der Kita-Teams. Geradezu wie Hohn muss es klingen, wenn jede dritte Inklusionsfachkraft keine gesicherte berufliche Perspektive hat – und das in dem Bundesland, das die Inklusion zu einem Hauptthema der Bildungspolitik erhoben hat. Hier müssen die Kita-Träger in NRW nachbessern – und zwar nicht nur im Trippelschritt.

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