Ausbildungsabbrecher Jugend hat das Recht

Von Bernhard Hertlein

Mehr als jeder fünfte, im Handwerk sogar fast jeder dritte Lehrling beendet seine Ausbildung vor der Prüfung. Da ist man schnell bei der Suche nach dem Schuldigen.

Ist es die Wirtschaft? »Lehrjahre sind keine Herrenjahre«, hieß es früher. Sicher gibt es auch heute noch Unternehmen, die ihre Lehrlinge ausbeuten – auf Kosten der Ausbildung. Dabei ist nicht gemeint, dass man den Jugendlichen  mal bittet, zu fegen oder für seine Arbeitsgruppe den Kaffee  zu kochen.

Ist die Jugend schuldig?

Ist   die Jugend schuldig?  Die Klagen über fehlendes Allgemeinwissen und über  schlechtes Benehmen sind bekannt – und mit Sicherheit im ein oder anderen Fall berechtigt.

Doch sollte man sich hüten, immer  nach Schuldigen zu suchen. Jugendliche haben  das Recht, eine Ausbildung abzubrechen, wenn sie merken: Das ist nichts für mich.  Und genauso haben Unternehmer das Recht zu sagen: Der passt nicht zu uns. Politiker fordern die Wirtschaft immer wieder auf, auch Jugendlichen eine Chance zu geben, die  nicht die besten Voraussetzungen mitbringen. Da muss  eine Entscheidung   auch korrigiert werden können – zumal, wenn etwa  Abiturienten die Entscheidung wegen verkürzter Schulzeit  in jüngeren Jahren fällen müssen. Besser einen Fehler rückgängig machen als ein Leben lang  leiden.

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