SPD-Kanzlerdebatte Albigs K-Frage

Von Andreas Schnadwinkel

Foto: Maurizio Gambarini/dpa

Torsten Albig kann mit seinem Vorstoß, dass die SPD bei der Bundestagswahl 2017 auf einen Kanzlerkandidaten verzichten könne,  mehrere Absichten verfolgen.

Vielleicht wollte er Sigmar Gabriel dazu provozieren, seine Kanzlerkandidatur schon in diesem Sommer bekannt zu geben und fortan das SPD-Profil in der Großen Koalition zu schärfen. Dabei ist das Profil der Sozialdemokraten in der Regierungspolitik deutlich erkennbar, zumal die Kanzlerin nun auch ein Einwanderungsgesetz befürwortet – und sich der SPD noch mehr nähert.

Wer mit einer CDU-Kanzlerin soviel SPD-Programm durchsetzen kann, braucht keinen eigenen Kanzlerkandidaten. Natürlich kann ein SPD-Ministerpräsident  das nicht ernst gemeint haben. Es ist auch nicht wahrscheinlich, dass Albig seinem Vorsitzenden schaden wollte.

Vielmehr könnte der abseitige Vorschlag die Genossen angesichts bleischwerer 25-Prozent-Umfragen frühzeitig darauf vorbereiten, sich auch nach September 2017  in einer Großen Koalition wiederzufinden. Ein Gedanke, der vor allem an der Basis gar nicht gut ankommt.

Zu Helmut Schmidts Zeiten haben CDU-Wähler gesagt: der richtige Kanzler in der falschen Partei. Heute sagt das ein SPD-Ministerpräsident über eine CDU-Kanzlerin.

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