20 Jahre Srebrenica Schwierige Versöhnung

Von Bernhard Hertlein

Gedenken an die Opfer von Srebrenica.
Gedenken an die Opfer von Srebrenica. Foto: dpa

Da sind sie wieder, die Bilder verzweifelter Menschen   am Zaun, die Gräber von fast 8000 systematisch erschossenen Jungen und Männern, die Gesichter der niederländischen Blauhelm-Soldaten, die  den Massenmord nicht verhinderten.

Immerhin: Die beiden Hauptverantwortlichen für das größte Massaker in Europa nach 1945, die Serben-Führer  Radovan Karadžicć und Ratko Mladic, sowie  einige weitere befinden sich   beim UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag in  Haft. 14 andere wurden schon verurteilt, hunderte  jedoch sind frei.

Nicht nur die Täter sind schuldig

Schuldig geworden sind aber außer den Tätern auch diejenigen, die den Muslimen in der damaligen UN-Sonderzone Schutz versprachen – und das Versprechen nicht hielten. Eine Klage der »Mütter von Srebrenica« beim  Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte scheiterte 2013  – weil die Vereinten Nationen »umfassenden Schutz vor gerichtlicher Verfolgung genießen«.

Wie aktuell Srebrenica ist,  zeigt der Angriff serbischer Nationalisten auf Regierungschef Aleksandar Vucic. Dieser, selbst ehedem  Nationalist, hatte sich zuvor mit Müttern von Srebrenica getroffen. Dass die nächsten Verwandten der Opfer da mitmachten, öffnet wenigstens ein bisschen die Tür zur schwierigen Versöhnung. Noch aber ist es dafür zu früh.

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