Middelhoff Häme oder Mitleid

Von Bernhard Hertlein

Thomas Middelhoff
Thomas Middelhoff Foto: dpa

Thomas Middelhoff mittellos? Richtig erklären kann sich das auch der Insolvenzverwalter nicht.

Schließlich hat der Spitzenmanager a.D. früher mal exzellent verdient. Allein die 40 Millionen Euro, die »Big T« als Anerkennungsprämie für den AOL-Deal bei Bertelsmann erhalten haben soll, reichen normalerweise aus, um zig Familien ein sorgenfreies Leben zu ermöglichen.

Doch Middelhoff war ein Mann der ganz großen Gesten und Geschäfte. So hat er sich sogar erheblich verschuldet, um auf Anraten des Beraters Josef Esch in Immobilienfonds zu investieren. Die Verschuldung versprach ihm steuerliche Vorteile – ein Motiv, das schon andere blind gemacht hat. Allerdings hätte Middelhoff um das Risiko, das die Vermietung von Immobilien an Karstadt barg, wissen müssen.

Bei Menschen, die aus großer Höhe tief stürzen, kämpfen meist zwei Gefühle in den Herzen der zeitgenössischen Beobachter: Häme, weil der Große auch nicht immer rücksichtsvoll mit anderen gewesen ist. Aber hin und wieder auch Mitleid. Keiner weiß, ob Thomas  Middelhoff Mitleid möchte. Ob er es verdient, wird davon abhängen, wie viel Energie er aufgewendet hat, um Geld und Besitz vor den Banken und Menschen, bei denen er sich verschuldet hatte, in Sicherheit zu bringen.

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