Tsipras in Moskau Treffen der Verlierer

Von Hagen Strauß

Russlands Präsident Vladimir Putin (rechts) mit dem griechischen Premier Alexis Tsipras.
Russlands Präsident Vladimir Putin (rechts) mit dem griechischen Premier Alexis Tsipras. Foto: dpa

Man kann es dem griechischen Regierungschef Alexis Tsipras nicht verübeln, dass er sein Heil und das seines Landes auch in Russland sucht. Das Wasser reicht den Griechen bis zum Hals. Nur, in Russland steht es auch nicht gerade zum Besten. Aufgrund der verhängten EU-Sanktionen wegen der Ukraine-Politik von Präsident Wladimir Putin ist das Land in eine schwere Wirtschaftskrise gerutscht. Das gestrige Treffen ist also ein Art Treffen der Verlierer gewesen. Wirklich durchgreifend helfen können beide sich nicht – das kann vermutlich nur der Rest Europas.  

Vereinbart wurde zudem nichts, was Brüssel derzeit wirklich extrem erzürnen müsste. Wenn Russland für Griechenland das Embargo gegenüber EU-Agrarprodukten locker will, dann mag das der griechischen Wirtschaft kurzfristig helfen und ein Ärgernis für deutsche Bauern sein. Aber damit sind die gigantischen Probleme Athens noch längst nicht beseitigt.  Also gemach. Tsipras gestriger Auftritt lässt nicht den Rückschluss zu, dass er künftig in Brüssel als Trojanisches Pferd für Putin agieren wird. Vorerst jedenfalls.

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