Urteil im Fall Amanda Knox Unfassbar

Von Wolfgang Schäffer

Die Anwälte sprechen über das Urteil.
Die Anwälte sprechen über das Urteil. Foto: dpa

Im Zweifel für den Angeklagten: Nur so ist der Freispruch des obersten Gerichts in Italien für Amanda Knox und ihren ehemaligen Freund Raffaele Cellecito zu verstehen. Schließlich haben sich mehrere Richter in den vergangenen fast acht Jahren mit diesem Fall wieder und wieder auseinandergesetzt – und unterschiedliche Urteile gefällt. 

Zwei Schuld- und zwei Freisprüche hat es nun gegeben. Das ist für Außenstehende verwirrend. Für die Familie der ermordeten Meredith Kercher aber muss dieses Hin und Her schiere Folter gewesen sein. Nicht genug, dass die Angehörigen der jungen Frau das brutale Verbrechen 2007 verkraften mussten. Sie müssen auch damit leben, dass die Fakten seither immer und immer wieder neu beleuchtet werden.

Mit dem unfassbaren Ergebnis, dass es jetzt niemanden gibt, der für den Tod der Studentin zur Rechenschaft gezogen wird. Lediglich ein Kleinkrimineller sitzt in Haft. Er war am Tatort. Definitiv. Doch nicht allein. Auch das ist klar. Der oder die Mörder der jungen Britin sind also weiterhin auf freiem Fuß. Das ist bitter – und für die Familie ein schreckliches Szenario.

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Es ist gar nicht klar, dass der Mörder frei ist

Es gibt außer der Behauptung der Staatsanwaltschaft keinen Beweis, dass jemand zweiter am Tatort war. Für Messerstiche in den Hals braucht es keine mehrere Täter. Die DNA-Ergebnisse deuten auf einen einzigen Täter hin. Somit ist in Haft sitzende Guede wahrscheinlich der alleinige Mörder. Allerdings kam er mit 16 Jahren mit einer für Mord sehr niedrigen Strafe davon.

Guede hat anfangs auch bezeugt, dass Amanda und Solicito nicht am Tatort waren. Erst als ihm die Staatsanwaltschaft dies einredete und er Vorteile für sich witterte, behauptete er das.

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