Griechenland Sinnvolle Zeichen

Von Werner Kolhoff

Alexis Tsipras verlangt von Deutschland Reparationszahlungen.
Alexis Tsipras verlangt von Deutschland Reparationszahlungen. Foto: dpa

70 Jahre nach Kriegsende erscheinen Forderungen nach Reparationen absurd. Aber Vorsicht. Zeit allein ist kein Gegenargument. Mag Deutschland auch rechtlich im Fall Griechenland die Argumente auf seiner Seite haben, eine moralische Pflicht bleibt.

Redakteur Werner Kollhoff

Erstens haben die Deutschen in Hellas gewütet wie kaum sonst irgendwo, zweitens ist Griechenland bei den bisherigen Entschädigungen sehr knapp weggekommen und drittens gibt es eine Besonderheit: Den damaligen Zwangskredit von fast 500 Millionen Reichsmark. Berlin muss nicht, aber es könnte diese Schulden wie einen ganz normalen Kredit behandeln, der noch zurückgezahlt werden muss.

Selbst die Nazis hatten das offenbar vor. Allerdings sollte dieses Geld, mit Zinseszins bis zu zehn Milliarden Euro, nicht im griechischen Schuldenloch versickern. Ein gemeinsam verwalteter deutsch-griechischer Zukunftsfonds wäre die richtige Alternative. Zehn Milliarden für Bildungsprojekte, Infrastrukturmaßnahmen oder als Starthilfe für Firmen. Das wäre auch 70 Jahre danach noch ein sinnvolles Zeichen tätiger Wiedergutmachung.

Kommentare

Hellas

Na ja, wenn man allerdings Schulden zurueck zahlt, kann man dem Kreditor wohl kaum vorschreiben, was er mit dem Geld zu machen hat.

Bei den 2 + 4 Gespraechen war Griechenland nicht dabei, bzw. war dort nicht vertreten. Auch hier koennte tatsaechlich noch ein Rechtsanspruch auf Reparationszahlungen bestehen.

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