Ukraine-Krise Worte statt Waffen

Von Andreas Schnadwinkel

Gemeinsam für eine Lösung: Bundeskanzlerin Angela Merkel (links), Ukraine-Präsident Petro Poroshenko (Mitte) und der französische Präsident Francois Hollande.
Gemeinsam für eine Lösung: Bundeskanzlerin Angela Merkel (links), Ukraine-Präsident Petro Poroshenko (Mitte) und der französische Präsident Francois Hollande. Foto: dpa

Natürlich kann man von Angela Merkel nicht erwarten, dass sie in Moskau den Konflikt um die Ukraine löst. Und es wird gewiss nicht der letzte Versuch sein, in der Krise eine politische Einigung mit Wladimir Putin zu erzielen.

Der diplomatische Kurztrip nach Russland ist nicht frei von Risiken, aber er ist in der Tat alternativlos. Wenn es die Möglichkeit gibt, direkt mit Putin ins Gespräch zu kommen, muss sie genutzt werden. Und der Kanzlerin bricht kein Zacken aus der Krone, wenn sie ohne konkretes Ergebnis wieder in Berlin landet.

Merkel und Hollande stehen nicht blamiert da, wenn sie dem Kremlherrscher keinen haltbaren Kompromiss abringen. Im Gegenteil: Ihr Einsatz ist ehrenwert, weil er zuerst einmal dem Zweck dient, eine weitere Eskalation im Kriegsgebiet der Ostukraine zu verhindern. Die politische Spitze Europas lässt Worte statt Waffen sprechen.

Merkel und Hollande dürften kaum der Kriegstreiberei US-amerikanischer Militärs folgen. Waffenlieferungen an Kiew wären ein falsches Signal. Wenn sie ausbleiben sollen, muss Putin im Gegenzug aber auch Zugeständnisse machen.

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