Alltagswissen in der Schule Die Liebe zur Theorie

Von Kerstin Eigendorf

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Redakteurin Kerstin Eigendorf

Was ist unnützes und nützliches Wissen? Diese Frage hat eine 17-Jährige im Internet aufgeworfen – und offenbar in ein Wespennest gestochen. Plötzlich wird auf breiter Ebene diskutiert, was Schule lehren muss. »Nicht für die Schule, sondern fürs Leben lernt man«, heißt es. Das ist richtig. Der Alltag in deutschen Bildungseinrichtungen sieht oft anders aus. Praxisorientierter Unterricht steht häufig nur auf dem Papier und in wohlfeil formulierten Schulprofil-Texten. Im Klassenzimmer hängen viele Pädagogen an der Liebe zur Theorie.

Doch zwei Pole gehören in den Schulalltag: Praxis und Theorie. Letztere ist unerlässlich, um jungen Menschen logisches Denken, Zeitgeschichte und moralische Werte zu vermitteln. Praxisanteile sollten dann gesondert eingebaut werden – in speziellen Kursen, die in Alltagstauglichkeit schulen. Das kann der reguläre Unterricht nicht leisten.

Fakt ist aber auch, dass das Erlernen von Gedichtinterpretationen einen nicht hindert, sich auch mit Versicherungen und Mietspiegeln zu befassen. Wer das Prinzip der Logik verstanden hat, weiß, wo er nach den richtigen Informationen suchen muss.

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