Katholische Bischöfe Reden wir über Ehebruch

Von Reinhard Brockmann

Seit dem 13. Jahrhundert ist der Ehering fester Bestandteil des kirchlichen Trauritus'.
Seit dem 13. Jahrhundert ist der Ehering fester Bestandteil des kirchlichen Trauritus'. Foto: dpa

Die Frage der Zulassung zur Kommunion für katholische wiederverheiratete Geschiedene ist so sperrig wie die Formulierung selbst. Sie ist für die Mehrheit in Deutschland ohne Belang. Und selbst im schrumpfenden Kreis derjenigen, die noch zur Kommunion gehen, ist der Konflikt erst dann gegeben, wenn der Pfarrer den Leib Christi in Form einer Hostie verweigert – was nur noch sehr selten vorkommt.

Dennoch ist die Öffnung in dieser Frage ein lange erhofftes Signal. In ihrem Papier lassen die Bischöfe sogar auf mehr Mitsprache in den Fragen von Ehe, Sexualität und Frauenämtern hoffen. Also genau dort, wo sich die katholische Kirche jahrzehntelang als bewegungsunfähig erwiesen hat. Das ist die eigentliche frohe Botschaft.

Künftig soll also die Kirche entscheiden, wer Opfer einer Scheidung und wer womöglich der Ehebrecher ist. Viele werden das mit Entrüstung ablehnen und als von gestern verdammen. Anderen sei gesagt: Ein Gespräch mit dem Gemeindepfarrer über Schuld und Sühne ist ein zutiefst theologisches Anliegen. Kirchenferne werden das beklagen, Kirchennahe als hilfreich empfinden.

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