Strafaktion der IS Erste Risse

Von Bernd Bexte

Mit massiven Luftschlägen und dem Einsatz Tausender kurdischer Peschmerga-Soldaten hat die internationale Koalition ihren bislang größten militärischen Erfolg gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) errungen. Vertreter der nordirakischen Autonomieregion Kurdistan und der US-Regierung gaben am späten Donnerstagabend das Ende der Belagerung des Sindschar-Gebirges durch die Dschihadisten bekannt. Die Grafik zeigt außerdem den Einflussbereich der IS. Grafik: dpa
Mit massiven Luftschlägen und dem Einsatz Tausender kurdischer Peschmerga-Soldaten hat die internationale Koalition ihren bislang größten militärischen Erfolg gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) errungen. Vertreter der nordirakischen Autonomieregion Kurdistan und der US-Regierung gaben am späten Donnerstagabend das Ende der Belagerung des Sindschar-Gebirges durch die Dschihadisten bekannt. Die Grafik zeigt außerdem den Einflussbereich der IS. Grafik: dpa

Man kann es kaum glauben: Der IS tötet nach der militärischen Niederlage im Sindschar-Gebirge eigene Kämpfer als angebliche Deserteure, weil sie den »Hunden Israels« – so nennen sie die Feinde ihres totalitären Gottesstaates – nicht standhalten konnten.

Im bislang an nahezu allen Fronten vormarschierenden Islamischen Staat gib es offenbar erste Risse. Der Kampf gegen die verblendeten Gotteskrieger auf ihrem angestrebten Weg zur Weltherrschaft wird jedoch eine Aufgabe für viele Jahre werden. Aber der Terror gegen die eigenen Truppen zeigt, dass der IS keine geschlossene Phalanx ist, dass es Widerspruch in den eigenen Reihen gibt. Mit tödlichen Folgen.

Durch die kaum noch zu steigernde Radikalisierung wird der IS vielleicht kurzfristig die Reihen schließen können, sich auf Dauer jedoch schwächen. Selbst fanatischste Islamisten wissen nun, was sie bei einer militärischen Niederlage erwartet. Das macht die Rekrutierung neuer Kämpfer nicht leichter.

Bei der Bewertung der Vorgänge im Nordirak ist aber Vorsicht geboten. Eine Bestätigung der Massenhinrichtungen durch unabhängige Quellen gibt es nicht.

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