Polizeichef verurteilt Bärendienst

Von Christian Althoff

Polizeichef Andreas Krummrey (Mitte), hier mit seinem Verteidiger Prof. Hans-Jörg Bücking (rechts), wurde zu einer Geldstrafe von 13.500 Euro verurteilt.
Polizeichef Andreas Krummrey (Mitte), hier mit seinem Verteidiger Prof. Hans-Jörg Bücking (rechts), wurde zu einer Geldstrafe von 13.500 Euro verurteilt.

Vielleicht hat der Bielefelder Polizeiarzt seinerzeit nicht die Tragweite seiner Worte erkannt, als er nebenbei bemerkte, der Paderborner Polizeichef habe ihn über eine anonyme Anzeige informiert, die sich gegen ihn richte.

Dieser eine Satz des Arztes war es, der ein spektakuläres Ermittlungsverfahren mit Durchsuchungen nach sich zog. Ein Verfahren, an dessen Ende sich nun der Polizeichef auf der Anklagebank wiederfand.

Keine schöne Situation für den Polizeiarzt. Doch anstatt sie mit breitem Rücken durchzustehen, änderte er nun seine Aussage zugunsten des Angeklagten. So sieht es jedenfalls das Landgericht Detmold.

Womit der Arzt wohl nicht gerechnet hat: Sein mutmaßlicher Freundschaftsdienst wurde ihm nicht gedankt, im Gegenteil. Der Polizeiarzt wurde zur tragischen Figur. Denn der Angeklagte will ihn angesichts der ursprünglichen belastenden Aussagen von einem Psychologen untersuchen lassen, und die Staatsanwaltschaft leitet ein Ermittlungsverfahren gegen ihn ein.

Der Angeklagte und der Kronzeuge – beide sind in diesem Fall die Verlierer.

Kommentare

Glückwunsch!

Dann hat die Staatsanwaltschaft in diesem Fall doch ganze Arbeit geleistet; der positive Jahresausklang ist gesichert. Und Recht und Gerechtigkeit haben gesiegt.
Bleibt zu hoffen, dass sie künftig bei Mord und Totschlag, Lug und Betrug ebenso erfolgreich arbeitet wie hier.

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