Norman Volker Franz ist seit 19 Jahren auf der Flucht – mit Audiodatei 50 Hinweise auf Fünffachmörder

Arnsberg (WB). Zu seiner Ergreifung sind 25.000 Euro Belohnung ausgesetzt: Seit 19 Jahren ist Norman Volker Franz (48) einer der meistgesuchten Verbrecher Deutschlands. Das Landeskriminalamt NRW setzt große Hoffnungen in eine erneute Öffentlichkeitsfahndung und stellte den Fall am 28. Februar noch einmal in der ZDF-Sendung »Aktenzeichen XY ungelöst« vor. 50 Hinweise sind seitdem eingegangen.

Von Christian Althoff
Eines der Bilder, das die Polizei von Norman Volker Franz besitzt.  Wie er heute aussieht, wissen die Fahnder nicht.
Eines der Bilder, das die Polizei von Norman Volker Franz besitzt.  Wie er heute aussieht, wissen die Fahnder nicht.

Norman Franz, der sich auch Michael Stuever und Carsten Müller nannte, stammt aus Neheim-Hüsten, das heute zu Arnsberg gehört. Mit 21 Jahren beginnt der Elektroinstallateur, schwere Straftaten zu begehen. Er gehört zu eine Bande, die Zigaretten schmuggelt und mit Waffen handelt. Als sie 1995 mit einem rivalisierenden polnischen Bande aneinandergerät, locken Franz und seine Komplizen die Gegner in einen Hinterhalt. Auf einem Parkplatz in Dortmund wirft Franz eine Handgranate in das Auto der Polen, von denen einer sofort stirbt. Einem zweiten, der davonzulaufen versucht, schießen Franz und seine Komplizen in den Kopf.

In Osnabrück verhaftet

Franz flieht über Mallorca und Amsterdam nach Osnabrück, wo er im Juli 1995 gefasst wird. Er wird zu lebenslanger Haft verurteilt. Er heiratet in der Haft und flieht im März 1997 mit Hilfe seiner Frau aus der Justizvollzugsanstalt Hagen. In den folgenden Wochen erschießt er nach Angaben des Landeskriminalamts drei Menschen: Am 26. März 1997 in Weimar den Wachmann Rudolf T., als der eine Geldbombe mit 10.000 Mark zur Dresdner Bank bringt. Und am 21. Juli 1997 in Peißen bei Halle (Saale) die beiden Wachleute Gerd K. und Peter S., die gerade die Wochenendeinnahmen eines Großmarkts von einer halben Million Mark in ihrem Panzerwagen verstauen wollen.
1998 werden Franz und seine Frau in Portugal gefasst, wo er als Immobilienmakler arbeitet. Ein Telefongespräch, das er nach seiner Festnahme führt, wird aufgezeichnet und ist heute für die Kripo ein wichtiger Fahndungsansatz. Denn aktuelle Fotos von Franz gibt es nicht, so dass die Polizei hofft, dass Zeugen seine Stimme wiedererkennen.

Flucht aus portugiesischer Haft

Im Juli 1999 entkommt Franz kurz vor seiner Auslieferung aus portugiesischer Haft. Seine Frau, die nach einem weiteren Jahr in portugiesischer Haft in Deutschland zu sechs Jahren und drei Monaten verurteilt wird, lässt sich scheiden.
Seit der Flucht vor 19 Jahren fehlt von dem fünffachen Mörder jede Spur. »Wir nehmen an, dass er im Ausland ist, sich aber von Deutschen fernhält«, sagt Hauptkommissarin Heidi Conzen vom LKA. Der Mörder wird als charmant beschrieben, vor allem Frauen gegenüber – aber auch als rücksichtsloser Gewalttäter.

Audiodatei: Hier können Sie das aufgezeichnete Telefongespräch von Norman Volker Franz anhören.


Stimme Norman Franz

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