Bremen: Gericht klärt Ursache von Lackschäden an Cabrio Katze muss zum DNA-Test

Bremen (WB). In Bremen hat ein Amtsrichter einen DNA-Test für eine Katze veranlasst, um einen Nachbarschaftsstreit zu beenden.

Von Christian Althoff
Symbolbild: In Bremen hat ein Amtsrichter einen DNA-Test für eine Katze veranlasst, um einen Nachbarschaftsstreit zu beenden.
Symbolbild: In Bremen hat ein Amtsrichter einen DNA-Test für eine Katze veranlasst, um einen Nachbarschaftsstreit zu beenden. Foto: dpa

Geklagt hatte eine 79-jährige Frau, die ein BMW-Cabrio fährt. Auf dem Z3, den sie in ihrem Carport abgestellt hatte, entdeckte sie immer wieder feine Kratzer, Pfotenabdrücke und Haare, die offenbar von einem Tier stammten.

Die Frau deckte das Cabrio deshalb mit einer Plane ab, was aber kein Dauerzustand sein sollte. Die Eigentümergemeinschaft der Wohnanlage lehnte ihr Vorhaben ab, den Carport mit einem Netz abzusichern.

In Verdacht gerieten die beiden Katzen, die einem Nachbarehepaar gehören und frei herumlaufen durften. Die BMW-Besitzerin installierte eine Kamera im Carport und erwischte auf diese Weise an vier Tagen eine dunkle Katze, die auf dem Stoffverdeck saß.

Katzenhaare als Beweis

Der Nachbar bestritt trotz der Fotos, dass es seine schwarze Katze gewesen sei, und lehnte die Abgabe einer Unterlassungserklärung ab. Es kam zum Prozess. Dort legte die Klägerin kleine Tüten mit fünf Katzenhaaren vor, die sie nach eigener Aussage auf dem Verdeck ihres BMW gefunden hatte.

Der Richter beauftragte daraufhin einen Tierarzt, der schwarzen Katze des Nachbarn Blut abzunehmen. Ein Sachverständiger verglich anschließend die DNA-Merkmale der Blutprobe mit denen der Katzenhaare und ermittelte eine weitgehende Übereinstimmung.

Dieses Gutachten und die Fotos ließen für den Richter keinen Zweifel daran, dass die Katze des Nachbarn immer wieder auf den BMW gesprungen war. Den Einwand des Nachbarn, in der Straße lebten noch andere Katzen, die für die Schäden an dem Auto verantwortlich sein könnten, ließ das Gericht nicht gelten.

Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro droht

Bereits das bloße Betreten des Autos durch die Katze stelle eine Besitzbeeinträchtigung dar – auch ohne Schäden oder Verschmutztungen. Das müsse die BMW-Besitzerin nicht dulden, heißt es in dem Urteil – auch nicht aus Gründen der nachbarschaftlichen Rücksichtnahme.

Das reine Betreten eines Grundstücks durch fremde Katzen müsse zwar hingenommen werden, mehr aber auch nicht. Es sei der 79-Jährigen auch nicht zuzumuten, den Wagen jedes Mal mit einer Plane abzudecken, wie es der Nachbar angeregt hatte.

Das Urteil hat für den Katzenbesitzer ganz erhebliche Folgen: Wenn er die Katze weiter frei her­umlaufen lässt und sie den BMW erklimmt, droht dem Mann für jeden Fall ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro.

Az.: 19 C 227/16

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