Hohe finanzielle Schäden in der Region Heute vor zehn Jahren: »Kyrill« fegt über OWL hinweg

Bielefeld/Paderborn (WB). Dutzende Tote, verwüstete Wälder und Schäden in Milliardenhöhe – mit mehr als 200 Kilometern pro Stunde fegt Orkan »Kyrill« Mitte Januar 2007 über Europa hinweg. 47 Menschen sterben, elf von ihnen in Deutschland. Hierzulande fallen dem Naturereignis rund 75 Millionen Bäume zum Opfer,  fast die Hälfte aller Schäden verzeichnet Nordrhein-Westfalen. Auch in Ostwestfalen hat »Kyrill« gewütet. Ein Überblick:

Sturmschäden durch Kyrill im Kreis Minden-Lübbecke.
Sturmschäden durch Kyrill im Kreis Minden-Lübbecke.

Kreis Paderborn

Im Paderborner Land erinnern sich noch viel Menschen an die  dramatischen Stunden während »Kyrill«. Im Raum Hövelhof rettet die Feuerwehr einen Autofahrer: Zwei Bäume waren auf seinen Wagen gestürzt. In Altenbeken fährt ein ICE gegen einen umgestürzten brennenden Baum – 110 Fahrgäste verbringen die nacht in der Eggelandhalle. In Delbrück wird ein ganzer Wohnpark zerstört.

In Altenbeken donnert ein ICE gegen einen brennenden Baum. Foto: Rudolf Koch

Kreis Gütersloh

Auf etwa eine Million Euro summierten sich die  Holzschäden im Staatswald rund um Borgholzhausen . In Gütersloh fielen ebenfalls  viele Bäume dem Orkan zum Opfer. In Werther trat der  Schwarzbach über die Ufer und sorgte für Überflutungen. In Schloß Holte-Stukenbrock entstanden  enorme finanzielle Schäden. Bis zu 100 Schadensmeldungen gleichzeitig gingen bei der Feuerwehr ein.

Chaos in Halle: Zwei Männer versuchen im Sturm, einen Anhänger zu sichern. Foto: André Best

Kreis Minden-Lübbecke

Preußisch Oldendorf war vor zehn Jahren stark betroffen.  650 Lastwagen mit 20.000 Festmetern Holz wurden beim Aufräumen verschifft. Juwelier Frank Vaupel aus Bad Oeynhausen wurde  über Nacht obdachlos.

Der Tag nach »Kyrill«: Ein beschädigter Hof in Hüllhorst. Foto: Griepenstroh

Kreis Höxter

Im Kreis Höxter hat »Kyrill«  in den Wäldern gewütet. 250.000 Festmeter Holz hat Orkan »Kyrill« am 18. Januar 2007 etwa im Bereich des Forstamtes Bad Driburg abgeknickt. Dank des Einsatzes vieler Bürger sieht es heute wieder anders aus.

Vor zehn Jahren tobte der Orkan Kyrill auch über dem Kreis Höxter. Auch das Eggegebirge war betroffen. Hans-Jörg Müller (links), damals stellvertretender Leiter des Forstamtes Bad Driburg und Jens Tegtmeier, Förster im Revier Torfbruch, vor umgeknickten Bäumen. Foto: Frank Spiegel

Kreis Herford

Auch über den Kreis Herford zog »Kyrill« hinweg. Mancherorts entwurzelte er mächtige Bäume und hielt Einsatzkräfte auf Trab.

Der Sturm entwurzelt in Herford selbst mächtige Laubbäume. Foto: Jörn Hannemann

Bielefeld

In Bielefeld gab es  drei größere Schadensgebiete, in Hillegossen, Theesen und Schröttinghausen. 20.000 Festmeter gingen verloren. Das Ausmaß in Bielefeld stand aber in keinem Verhältnis zu dem Desaster im Sauerland.

Noch heute sind die Reste eines von Kyrill abgedrehten Baumes im Bielefelder Fichtenwald zu sehen. Foto: Hans-Werner Büscher

Kreis Lippe

»Kyrill« sorgte auch im Kreis Lippe für Ausnahmezustand. Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz, umgeknickte Bäume blockierten Fahrbahnen und Bahnlinien, Straßen wurden wegen des anhaltenden heftigen Regens überflutet, in manchen Orten fiel der Strom aus. Zwei Menschen wurden von umherfliegenden Teilen leicht verletzt. Teile des Daches der Rennekamphalle in Schlangen waren weggeflogen, ein Auto war von einem umstürzenden Baum getroffen worden. In Lage fiel der Strom aus, weil ein Baum eine Stromleitung durchtrennte.

Mehr Fotos aus Ostwestfalen in der Fotostrecke:

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