470.000 Euro investiert Land kauft Sichtschutz gegen Gaffer

Düsseldorf (WB/bex). Tragbare Sichtschutzwände sollen auf heimischen Straßen künftig Unfallopfer vor neugierigen Blicken schützen. NRW-Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) will die Neuanschaffung am kommenden Freitag in Kaarst bei Düsseldorf vorstellen.

Bereits 2008 gab es einen ersten Modellversuch des Landesbetriebs Straßen NRW mit mobilen Sichtschutzwänden gegen Schaulustige.
Bereits 2008 gab es einen ersten Modellversuch des Landesbetriebs Straßen NRW mit mobilen Sichtschutzwänden gegen Schaulustige.

Immer wieder berichten Rettungskräfte von Problemen mit Gaffern: Sie verursachen Staus auf der Gegenfahrbahn, behindern die Retter anstatt zu helfen oder filmen das Geschehen und die Unfallopfer sogar mit ihren Handy-Kameras. In letzter Zeit hatte die Polizei deswegen mehrfach Verfahren gegen Schaulustige eingeleitet, die zum Teil sogar die Aufforderungen der Polizisten, das Filmen einzustellen, ignoriert hatten. 470.000 Euro aus Bundesmitteln hat der Landesbetrieb Straßen NRW jetzt in zwölf Sichtschutzsysteme investiert. Die sollen nun auf die einzelnen Straßenmeistereien im Land verteilt werden.

Bereits 2008 hatte Nordrhein-Westfalen eine solche Sichtschutzwand in Neuss getestet. Die Idee kam aus der Mitarbeiterschaft des Landesbetriebes und war als zweiter Preis bei einem Mitarbeiterwettbewerb zur Stauvermeidung im Jahr 2007 prämiert worden. Das in den Niederlanden entwickelte System bestand damals aus 40 Blenden auf einem Anhänger, die aufgestellt über eine Strecke von 100 Metern reichten. Die etwa zwei Meter hohe Wand sollte in Minuten aufgebaut sein und selbst starkem Wind standhalten. Kosten: 41.500 Euro.

Die rechtliche Handhabe gegen Gaffer ist laut ADAC gering. Wer etwa auf dem Standstreifen anhält, um das Geschehen zu beobachten, und damit den Rettungsweg blockiert, müsse nur mit 30 Euro Geldbuße rechnen. Nur wer konkret die eigentlichen Rettungsmaßnahmen störe, könne mit einer Strafe bis zu 5000 Euro belangt werden. In der Praxis gehe die Polizei gegen Gaffer mit einem Platzverweis vor.

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