Hunderte Einsätze für Polizei und Feuerwehr – viele Zugausfälle – Landeanflug auf Paderborn abgebrochen »Niklas« wirbelt OWL durcheinander

Bielefeld (WB/bex). Sturmtief »Niklas« ist am Dienstag mit zum Teil verheerender Wirkung über OWL hinweggezogen, Bäume stürzten auf Gleise, Dächer wurden abgedeckt, Straßen gesperrt. Das Unwetter brachte die Zugfahrpläne durcheinander. Schließlich kapitulierte die Bahn und stellte den Nahverkehr in NRW ein. In OWL kam es jedoch nur zu wenigen Zugausfällen. 

Wind und Regen in Bielefeld.
Wind und Regen in Bielefeld. Foto: Hans-Werner Büscher

Feuerwehr und Polizei rückten in OWL zu hunderten Einsätzen aus. Schwerverletzte waren nicht zu beklagen. In Kirchlengern fiel ein Baum auf ein fahrendes Auto. Der Fahrer (64) wurde leicht verletzt. Am Mercedes entstand Totalschaden. In Salzkotten krachte ein Baum auf eine kleine Kapelle und ein daneben geparktes Auto. Das Heiligenhäuschen wurde zerstört, das Auto hat nur noch Schrottwert. In der Paderborner Innenstadt fielen Teile einer umgewehten Fassade auf ein Auto. Bei Delbrück wurde der Kleinwagen einer 22-Jährigen von der Straße geweht. Sie wurde leicht verletzt und ins Krankenhaus gebracht. In Höxter stürzte eine Tanne auf ein Auto.

Im Kreis Lippe wurde ein Krisenstab einberufen. Wegen umstürzender Bäume mussten vorsorglich zahlreiche Straßen gesperrt werden, unter anderem die Gauseköte. Der Sturm wehte in Horn-Bad Meinberg eine Photovoltaik-Anlage vom Dach. In Bad Salzuflen wurde eine Autofahrerin leicht verletzt, als ein Baum auf ihr Auto fiel. Die Feuerwehr befreite sie. Der Schienenverkehr zwischen Schieder und Pyrmont wurde eingestellt, da in Lügde mehrere Bäume drohten, auf die Oberleitungen zu fallen. Die überflutete Bundesstraße 1 bei Schieder-Schwalenberg wurde kurzzeitig gesperrt.

Lufthansa-Maschine bricht Anflug auf Paderborn ab

Aber nicht nur der Straßen- und Schienenverkehr waren beeinträchtigt: Am Flughafen Paderborn musste am frühen Morgen eine Lufthansa-Maschine aus München den Landeanflug abbrechen. Das Flugzeug mit 35 Personen an Bord hatte bereits Sichtkontakt zum Tower, als die Winde über der Landebahn zu stark waren. »Der Pilot traf die Entscheidung, aus Sicherheitsgründen nach München zurückzukehren«, berichtete Flughafensprecherin Elke Rawisch de Terán. »Zu diesem Zeitpunkt waren die Windböen besonders stark.« Knapp drei Stunden später wurde der Flug wiederholt – dieses Mal klappte die Landung problemlos. 

Die Zugausfälle trafen viele Reisende. Die Privatbahnen, die die meisten Nahverkehrsstrecken in OWL bedienen, fuhren allerdings. Die Nordwestbahn (Sennebahn, Haller Wilhelm) meldete keine Störungen. Bei der Westfalenbahn kam es zwischen Bielefeld und Bad Bentheim zu Zugausfällen. Bei Bünde war ein Baum auf die Gleise gekracht. Es wurde ein Busnotverkehr eingerichtet. Auch zwischen Paderborn und Herford gab es Verspätungen. Die Eurobahn meldete Störungen zwischen Gütersloh und Rheda-Wiedenbrück sowie wegen eines umgestürzten Baumes auch bei Lage. Ebenso wurde kurzzeitig die Strecke zwischen Lübbecke und Rahden gesperrt.

Die Bahn hatte am Vormittag den kompletten Nahverkehr gestoppt »aufgrund der Vielzahl der Störungen«. Ein auch nur halbwegs geregelter Bahnbetrieb sei nicht mehr aufrechtzuerhalten gewesen. »Die Situation ändert sich minütlich«, sagte ein Sprecher in Düsseldorf. Im Fernverkehr gab es zwar keinen kompletten Stopp, aber nur einzelne Züge erreichten ihre Ziele in NRW.

Schnee in der Nacht zu Mittwoch

Nachdem der Sturm sich abgeschwächt hatte, hob die Bahn die Komplettsperrung für die Nahverkehrszüge am frühen Abend auf. Die Züge würden mit verringerter Höchstgeschwindigkeit (maximal Tempo 100) fahren, hieß es. Es kam zu weiteren Verspätungen. Der Deutsche Wetterdienst erwartet für die nächsten Tage keine durchgreifende Wetterbesserung. In der Nacht zu Mittwoch hat es vielerorts geschneit.

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