Nach mehr als 50 Jahren wird unter dem traditionsreichen Namen wieder ein Fahrzeug präsentiert Automarke Borgward kehrt zurück – mit Zentrale in Stuttgart

Stuttgart (WB). Die Borgward AG wird ihren Hauptsitz künftig in Deutschland haben. Wie das WESTFALEN-BLATT aus dem Unternehmen nahestehenden Kreisen erfuhr, kommt die Zentrale des Autoherstellers nach Stuttgart.

Von Wolfgang Schäffer
Christian Borgward ist der Enkel des Firmengründers. Er hatte die Vision von der Wiedergeburt der Marke schon vor vielen Jahren. Jetzt wird aus seinem Traum Wirklichkeit.
Christian Borgward ist der Enkel des Firmengründers. Er hatte die Vision von der Wiedergeburt der Marke schon vor vielen Jahren. Jetzt wird aus seinem Traum Wirklichkeit.

Das erste neue Modell der legendären Marke wird erstmals auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt im September dieses Jahres zu sehen sein. Die breite Öffentlichkeit bekommt dort eine größere Limousine zu sehen. Sie soll den Auftakt bilden zu einer Angebotspalette, auf der nach und nach fünf unterschiedliche Modelle, darunter unter anderem auch ein SUV und ein Kompaktfahrzeug, zu sehen sein werden.

Kleine Geschichte

Borgwart produzierte zwischen 1939 und 1964 in Bremen PKW und LKW. Legendär ist das Modell »Isabella«. 1961 ging das Unternehmen Pleite. Im März 2014 kaufte das chinesische Unternehmen Beiqi Foton Motor die Markenrechte und kündigte an, von 2015 an wieder Borgward-Autos verkaufen zu wollen.

Entscheidung gegen Bochum

Auf dem Genfer Autosalon Anfang März werden der Enkel des Firmengründers Carl F. W. Borgward, Christian Borgward, und sein Partner Karlheinz Knöss, früher Manager bei General Motors und Mercedes, zunächst nur über die Pläne des Unternehmens informieren.

Wie das WESTFALEN-BLATT weiter erfuhr, wird die Borgward AG als globales Unternehmen auftreten und produzieren. Die Entscheidung für Stuttgart als zentrale sein unter anderem auch gefallen, weil dort bereits viele Zulieferer zu Hause sind. Die ehemaligen Betriebsstätten von Opel in Bochum waren zunächst auch eine Option, heißt es aus dem Umfeld der Borgward AG. Doch habe man sich dagegen entschieden, weil die Substanz ziemlich heruntergekommen war. Bei dem Projekt, bei dem man qualitativ hochwertige Produkte produzieren wolle, müssten alle Bedingungen stimmen. Das sei in Bochum nicht zu realisieren gewesen.

Wichtigste Märkte in Asien

Ohnehin wird das Hauptaugenmerk beim Absatz nicht auf Europa und damit auf Deutschland liegen. Dort müsse man in Konkurrenz mit den etablierten deutschen Herstellern treten. Und dieser Wettbewerb schlucke einfach zu viel Geld.

Als wichtigste Märkte für die neuen Borgward-Modelle sieht das Unternehmen China samt dem asiatischen Raum sowie Lateinamerika, wo deutsche Ingenieurskunst einen hohen Stellenwert genießen. Dort sollen ebenfalls Produktionsstätten erstellt werden.

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